Photovoltaik, Speicher und Wärmepumpe
Photovoltaik kann den Strombezug einer Wärmepumpe senken. Ein Speicher verschiebt Solarstrom in spätere Stunden. Ob sich die Kombination lohnt, hängt vom zeitlichen Verbrauch, der Erzeugung und den zusätzlichen Kosten ab. Im Winter bleibt meist Netzstrom nötig.
VisualisierungDas Wichtigste in Kürze
Vergleichen Sie die Wärmepumpe allein, mit PV und mit PV plus Speicher für dasselbe Haus. Jahresertrag und Jahresverbrauch allein zeigen noch nicht, wie viel Netzstrom tatsächlich ersetzt wird.
- In allen drei Varianten bleiben Haushaltsstrom, Wärmebedarf und angenommene Effizienz der Wärmepumpe gleich.
- Ein höherer Eigenverbrauch ist noch kein Nachweis, dass sich die zusätzliche Speicherinvestition rechnet.
- Das folgende Beispiel verwendet angenommene Verbrauchsprofile und ein einzelnes Wetterjahr. Es ist kein Angebot und keine Ertragsprognose.
Warum die Uhrzeit entscheidend ist
Eine PV-Anlage liefert tagsüber Strom. Haushalt und Wärmepumpe benötigen ihn auch abends und nachts. Ohne Speicher wird nur gleichzeitig erzeugter und verbrauchter Solarstrom direkt genutzt. Überschüsse gehen ins Netz; fehlenden Strom beziehen Sie daraus zurück.
Ein Batteriespeicher kann einen Teil der Überschüsse später bereitstellen. Dabei entstehen Verluste. Eigenverbrauch bezeichnet den im Haus verwendeten Anteil der Solarerzeugung, Autarkie den dadurch gedeckten Anteil des Verbrauchs. Beide Größen beantworten unterschiedliche Fragen. Für die Kosten zählt, wie viel Strombezug tatsächlich entfällt.
Die Annahmen für dasselbe Beispielhaus
- 4.000 kWh Haushaltsstrom und 18.000 kWh Wärme pro Jahr. Darin sind 15 % Warmwasser enthalten.
- Für die Wärmepumpe gilt eine konstante angenommene JAZ von 3,5. Daraus entstehen 5.143 kWh Wärmepumpenstrom und insgesamt 9.143 kWh Strombedarf.
- 10 kWp PV in Bad Dürkheim, Südausrichtung und 35° Neigung. Das PVGIS-Wetterjahr 2023 ergibt 11.133 kWh Solarstrom bei 14 % angesetzten PV-Systemverlusten.
- 10 kWh nutzbare Speicherkapazität, jeweils 3 kW Lade- und 3 kW Entladeleistung, 90 % Wirkungsgrad über Laden und Entladen.
- 0,35 €/kWh Strombezug und 0,07 €/kWh Einspeisung. Beide Preise sind Rechenannahmen, keine Tarif- oder Vergütungszusage.
Erzeugung und Verbrauch werden stündlich abgeglichen. Das selbst definierte Haushaltsprofil hat morgens und abends höhere Werte. Die Raumwärme folgt kalten Stunden, Warmwasser verteilt sich gleichmäßig. PV versorgt zuerst den aktuellen Bedarf, danach die Batterie. Diese startet leer und lädt nur mit Solarstrom; verbleibende Überschüsse werden eingespeist.
Drei Varianten im direkten Vergleich
Betriebskosten = Strombezug × Arbeitspreis + angenommene Wartung − Erlös aus Einspeisung. Haushaltsstrom ist in jeder Zeile enthalten. Die Beträge sind deshalb keine reinen Heizkosten. Die jährliche Wartung ist angesetzt mit 250 € für Wärmepumpe, 350 € für Wärmepumpe + PV, 400 € für Wärmepumpe + PV + Speicher.
Alle Investitionen und Wartungsbeträge sind hypothetische Annahmen, keine COPPEN-Preise. Die Ersparnis bezieht sich jeweils auf die Wärmepumpe ohne PV und Speicher. Die Investition wird separat gezeigt und ist nicht in den jährlichen Betriebskosten enthalten. Vergleichen Sie für den Speicher zusätzlich dessen Mehrpreis mit dem Kostenvorteil gegenüber PV ohne Speicher.
Förderung, Finanzierung, Steuern, Ersatzinvestitionen, Alterung und Restwerte sind nicht eingerechnet. Unveränderte Grundgebühren bleiben ebenfalls außen vor. Aus dieser Jahresrechnung folgt daher keine Aussage zur Amortisationsdauer. Zahlen sind auf ganze kWh und Euro gerundet. Welche Zuschüsse für den Heizungstausch infrage kommen, erläutert der Ratgeber zur Wärmepumpen-Förderung.
Warum der Speicher die Winterlücke nicht schließt
Wenn viel Heizwärme benötigt wird, ist die Solarerzeugung häufig gering. Eine Batterie verschiebt Energie zwischen Stunden; sie hebt keinen Sommerüberschuss für den Winter auf. Deshalb kann der Jahresertrag rechnerisch größer als der Jahresverbrauch sein, während weiterhin erheblicher Netzbezug entsteht.
Die konstante JAZ vereinfacht den Betrieb stark: Tatsächlich ändern sich die Bedingungen mit Außentemperatur, Vorlauf und Warmwasserbereitung. Die Stundenauflösung bildet kurzfristige Last- und Erzeugungsspitzen nicht ab. Separate Standbyverbräuche, Selbstentladung und Alterung fehlen im Speichermodell. Reale Anlagen können deshalb andere Ergebnisse und höhere Verluste haben.
Was ein anderer Strompreis verändert
Ein niedrigerer Bezugspreis verringert den Geldwert jeder selbst genutzten Kilowattstunde. Der folgende Vergleich ändert nur den Strompreis; Verbrauch, Erzeugung, Einspeisepreis und Wartung bleiben gleich. Die Ersparnis wird erneut gegenüber der Wärmepumpe allein zu diesem Preis berechnet.
Lassen Sie vor einer Entscheidung Ihr Dach, Ihre Verbrauchszeiten, den Wärmepumpenbetrieb und mindestens zwei Speichergrößen gemeinsam rechnen. Der Ratgeber Solaranlage mit Speicher erklärt die Speicherwahl. Die Vorbereitung des Heizungsumbaus finden Sie unter Wärmepumpe im Altbau.
Häufige Fragen
Zeitweise ja, ganzjährig ergibt sich das nicht aus einem ausreichenden Jahresertrag. Entscheidend sind Erzeugung und Bedarf in derselben Stunde sowie die nutzbare Speicherung. Im Winter bleibt in diesem Beispiel Netzstrom nötig.
Nicht automatisch. Er muss regelmäßig geladen und entladen werden können. Prüfen Sie zusätzliche nutzbare Energie, Leistung, Verluste und Mehrpreis gegenüber einem kleineren Speicher.
Nein. Dach, Verschattung, Wetter, Wärmebedarf und Nutzung können abweichen. Die Rechnung zeigt Zusammenhänge mit offenen Annahmen; sie ersetzt keine Planung für Ihr Gebäude.
Quellen
- Wärmepumpe mit Photovoltaik: Wie sinnvoll ist das? · Verbraucherzentrale Energieberatung
- Lohnen sich Batteriespeicher für Photovoltaik-Anlagen? · Verbraucherzentrale
- Stromspeicher-Inspektion 2026 · HTW Berlin
- PVGIS: Handbuch zu Erzeugungsdaten und Berechnung · EU-Kommission, Joint Research Centre
- PVGIS-Stundendaten Bad Dürkheim, Wetterjahr 2023 · EU-Kommission, Joint Research Centre; Verbrauch und Speicher separat modelliert
Redaktion Energie & Wirtschaftlichkeit, COPPEN GmbH. Die Ratgeber ersetzen keine Steuer- oder Rechtsberatung. Angaben zu Förderung und Kosten prüfen wir für Ihren Fall.
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